Täter-Opfer-Ausgleich

Was ist TOA?

Der Täter-Opfer-Ausgleich ist ein im Gesetz verankertes Schlichtungsverfahren. Staatsanwalt oder Gericht übergeben geeignete Fälle der TOA-Stelle zur Bearbeitung.

Den am Strafverfahren Beteiligten wird die Möglichkeit geboten, die Folgen einer Straftat außergerichtlich und eigenverantwortlich zu regeln.

Allparteiliche Vermittler mit Mediationsausbildung unterstützen die Beteiligten dabei, sich über den Vorfall und dessen Folgen auszusprechen, Konflikte zu klären und Formen der Wiedergutmachung zu finden.

 

Wann ist TOA möglich?

Der TOA eignet sich für Straftaten mit Konflikten zwischen Personen und ist für beide Seiten ein freiwilliges Angebot.

Wie läuft ein TOA ab?

Ein TOA kann zu jedem Zeitpunkt eines Strafverfahrens begonnen werden.

Anregungen zum TOA geben u.a. Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte, Polizei, Gerichtshilfen oder auch die Betroffenen selbst.

Nach Einladung in die Schlichtungsstelle spricht der Vermittler jeweils getrennt mit Beschuldigten und Geschädigten über den Vorfall sowie dessen Ursachen und Folgen. Die Beteiligten haben Gelegenheit, ihre jeweiligen Erwartungen und Ziele für den Ausgleich zu benennen.

Wenn beide Seiten dazu bereit sind, kommt es später im Büro der Konflikthilfe zu einem gemeinsamen Klärungsgespräch, bei dem der Vorfall selbst und ggf. Formen der Wiedergutmachung zum Thema werden können.

Ein erfolgreicher TOA wird im Strafverfahren berücksichtigt und kann zur einer Einstellung des Verfahrens führen.

Das Angebot des TOA ist für die Betroffenen freiwillig und kostenlos.

Wem nützt TAO?

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Geschädigte...

Erhalten die Gelegenheit, in einem Gespräch mit dem Beschuldigten die möglichen Folgen der Tat zu verdeutlichen. Die entstandenen Belastungen, verletzte Gefühle und auch materielle Schäden können zur Aussprache gebracht werden.

Es besteht die Möglichkeit, schnell und unbürokratisch Schadenersatz zu erhalten. In der persönlichen Aussprache können Opferinteressen eine stärkere Berücksichtigung finden als im reinen Strafverfahren, und ein zeit- und kostenaufwendiges Zivilverfahren kann vermieden werden.

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Beschuldigte...

Bekommen die Gelegenheit, sich im Verlauf der Vermittlung der Folgen ihres Handelns bewusst zu werden, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen und sich ggf. zu entschuldigen.

Ein entstandener Schaden kann aktiv wiedergutgemacht werden.

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Beschuldigte und Geschädigte...

können sich aufwendige Gerichtswege ersparen und ein künftig friedfertiges Miteinander vereinbaren.

Was ist die „Konflikthilfe“?

Die Konflikthilfe ist ein Projekt der gemeinnützigen Einrichtung „JUKO Marburg e.V.“.

Sie vermittelt bei Straftaten zwischen Beschuldigten und Geschädigten.

Die Konflikthilfe der JUKO ist die im Landgerichtsbezirk Marburg zuständige Fachstelle für den Täter-Opfer-Ausgleich.

Sie wird von den zuständigen Stellen bei Staatsanwaltschaft und Gericht in geeigneten Fällen mit dem Versuch einer außergerichtlichen Regelung (Durchführung des Täter-Opfer-Ausgleichs) beauftragt.

Die gesetzlichen Datenschutzbestimmungen bleiben dabei selbstverständlich gewahrt.

 

Wer führt den TOA durch?

Das TOA-Team der Konflikthilfe besteht aus speziell für diese Aufgabe ausgebildeten Vermittlerinnen und Vermittlern (Mediatoren).

Für die Durchführung der Gespräche stehen geschützte Räume zur Verfügung.

Selbstverständlich unterliegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des TOA der Verschwiegenheitspflicht, die Vertraulichkeit bleibt gewahrt.

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